Geschichte

Der Bergbau blickt in Marsberg auf eine uralte Tradition zurück. Die Anfänge liegen vor der Jahrtausendwende. Der erste, als Kleinbergbau anzusehende Bezirk, liegt am Hang des Eresberges. Die Bergleute der damaligen Zeit gruben auf den stark zerrütteten Schiefern die Reicherze aus den Klüften. Beurkundet wird der Bergbau auf die Erze des Eresberges im Jahr 1150 durch König Konrad III zugunsten des Abtes Wigbold von Corvey. Das ganze Mittelalter hindurch scheint mit mehr oder minder Erfolg die Lagerstätte bearbeitet worden zu sein. Kleine Orte zeugen heute noch von der damaligen mit Schlägel und Eisen gefahrenen Arbeit. Erst das 19. Jahrhundert bringt durch technisch weiterentwickelte Verfahren, und noch entscheidender potente Geldgeber, einen großen Anschub in die Bergbautätigkeit. In der Mitte des Jahrhunderts werden die Gruben Friederike 1838, Oscar 1842 und Mina 1845 mit großen Lösungsstollen angefahren. Der Stadtberger Kupferdistrikt 1852 umschließt alle Grubenfelder und faßt sie zu einem zusammen. Der Bergbau zieht viele Hütten - und Bergleute in die Stadt hinein. In der stärksten Phase über 700 Menschen. Von den Dörfern zogen die Bergleute früh am Morgen und spät abends zu und von ihren Arbeitsstätten. Gerade von Giershagen sind viele Menschen im Berg und den Hütten tätig gewesen. Die beiden Bergbauorte des Stadtbezirks waren durch die Art der Lagerstätten zwar verschieden in ihren Anforderungen, jedoch für die Bergleute im Wechsel gut geeignet. In der letzten Betriebsperiode von 1935-1945 waren ebenfalls Giershagener Bergleute dort tätig. Der Bergbau in Marsberg erlosch 1945. An ihn soll das Besucherbergwerk Kilianstollen, 1981 erneut angefahren und seit 1984 in Betrieb, erinnern. Es wird vom Marsberger Heimatbund betrieben. Aus der Lagerstätte wurden ca. 3 Millionen Tonnen Kupfererz mit einem Gehalt von etwa 1,6 % Cu gewonnen und zum größten Teil in Marsberg verarbeitet.